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Geothermie


Geothermiekraftwerke bieten die größte Fülle von Möglichkeiten zur Lösung unserer Energieprobleme.

Vorteile:
  • "Primärenergie" (Erdwärme) ist im Überfluß kostenlos verfügbar
  • sowohl zur Stromerzeugung als auch als Heizwärmequelle nutzbar
  • kann zu 100% im Inland gewonnen werden
  • unabhängig von Wetterlagen (im Unterschied zu Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft) - also "grundlastfähig", d.h. 24 Stunden pro Tag und 365 Tage im Jahr in der Lage, Strom und/oder Heizwärme zu produzieren
  • in jeder Region installierbar
  • viele kleine, dezentrale Kraftwerke machen Großkraftwerke und Überlandstromleitungen überflüssig
  • benötigen so wenig Fläche, daß man sie in jedem Gewerbegebiet problemlos unterbringen kann
  • unauffällige Gebäude
  • so sauber, daß man sie (theoretisch) sogar in Wasserschutzgebieten betreiben könnte (einzige Emission: Wasserdampf)
  • niedrige Betriebskosten

Weshalb wurde Geothermie noch nicht massenhaft installiert? Die Ursachen sind die Gleichen wie bei allen anderen regenerativen Energien:
  • Geld für Anfangs-Investitionen fehlt. Die Öffentlichen Haushalte sind völlig überschuldet, und die Regierungsparteien daher handlungsunfähig. 
  • Mit Öl, Gas, Kohle und Atomkraft verdienen die Energiekonzerne viel mehr Geld. Durch die Einflüsse  der Energiekonzerne auf Union, SPD und FDP fehlt den politischen Entscheidern der Wille. 


Klein, unauffällig und fast überall installierbar


Wie sieht ein Geothermie-Kraftwerk aus? Nachfolgend sehen Sie Bilder des Geothermiekraftwerks Neustadt-Glewe, das sowohl Heizwärme (linkes Gebäude) als auch Strom (rechtes Gebäude) produziert. Die Leistung dieses Kraftwerks ist natürlich nicht mit den riesigen Geothermie-Kraftwerken in Island
vergleichbar. Das ist geologisch nicht möglich - und auch gar nicht notwendig. Viele kleine, dezentrale Kraftwerke erfüllen ihren Zweck viel besser.

Ihre Unauffälligkeit trägt enorm zur Akzeptanz in der Bevölkerung bei. Von außen sind sie nicht von mittelständischen Gewerbebetrieben zu unterscheiden. Würde man sie mit Fassaden von Wohnhäusern verkleiden, würde kein Anwohner ein Kraftwerk dahinter vermuten.

Geothermieheizwerk
Geothermie-Heizwerk
Bild: Wikipedia
Geothermiekraftwerk
Geothermie-Kraftwerk
Bild: Wikipedia

Ein einfaches Prinzip 


Das Prinzip ist einfach. Erdwärme erhitzt Wasser, das als Dampf Turbinen antreibt. Die Wärme des Dampfes wird gleichzeitig als Fernwärme zur Beheizung von Wohnungen genutzt.

Details zu unterschiedlichen Varianten finden Sie bei Wikipedia. Am Interessantesten für Deutschland dürfte das "Hot-Dry-Rock"- Verfahren (Petrothermale Geothermie) sein, weil es nicht auf vorhandene Thermal- quellen angewiesen und daher grundsätzlich in jeder Region einsetzbar ist.

Petrothermale Geothermie

Eine hochauflösende Version dieses Bildes und weitere Informationen finden Sie unter www.unendlich-viel-energie.de.


Mögliche Strommenge aus Geothermie


Wieviele Geothemiekraftwerken bräuchte man, um Deutschlands gesamten Strombedarf zu decken?

Das Geothermiekraftwerk Sauerlach, betrieben von den Stadtwerken München, ist ein Maßstab für durchschnittlich konzipierte und dimensionierte Geothermiekraftwerke. Es erzeugt (nach Abzug der eingesetzen Energie für die Bohrlochpumpen) jährlich 50 GWh Strom, sowie 5,5 GWh Heizenergie.

Um Deutschlands jährlichen Gesamtstromverbrauch liegt bei 617 TWh zu 100% aus Geothermie zu decken, bräuchten wir also rein rechnerisch 12.340 solcher Kraftwerke.
Da die ddp auch den allmähöichen Ersatz von Benzinfahrzeugen durch Elektrofahrzeuge vorsieht, entfällt zwar der Import von Treibstoffen. Dafür wird allerdings mehr Strom verbraucht (wenn auch nicht im Verhältnis 1:1, da Elektromotoren einen 3 mal so hohen Wirkungsgrad besitzen wie Verbrennungsmotoren). Als Obergrenze schätzen wir großzügig einen Bedarf von 20.000 Kleinkraftwerken.

Tatsächlich werden es weniger sein, denn auch Windkraft, Wasserkraft und Solarenergie tragen im Konzept der ddp einen erheblichen Anteil an der Gesamtstromversorgung. Als sinnvolle Größenordnung betrachten wir für die Geothermie einen Anteil von 50% an der Gesamtstromversorgung und (gemeinsam mit Erdwärmesonden in Häusern) 100% bei der Heizwärmeversorgung.

Umsetzung und Kosten


Das heißt: Bundesweit verteilt würden wir rd. 10.000 kleine Geothermiekraftwerke installieren. Das wäre 1 Kleinkraftwerk auf 35 Quadratkilometer.

Die Kosten eines solchen Kraftwerks wären durch diese Masse nicht mit denen der bisherigen Einzelprojekte vergleichbar. Bohrtechnik, Gebäude, Turbinen - alles würde in einer Massenproduktion hergestellt und umgesetzt.

Die Baukosten pro Kraftwerk liegen bei rd. 20 Mio. €.

Die Bohrtiefe liegt bei 3.000 bis 5.000 Metern, bei einer Bohrgeschwindigkeit von 40-250 Metern pro Tag. In Sauerlach lag die Bohrdauer bei 14 Monaten für 4 aufeinanderfolgende Bohrungen.
Die Gesamtbauzeit liegt (bei rationell organisierter Bauplanung und unbürokratischen bergrechtlichen Genehmigungsverfahren) bei unter 2 Jahren. Der zeitliche Engpaß liegt in den Kapazitäten der Bohrtechnik- Unternehmen. Produktionskapazitäten und Fachkräfte müssen erst aufgebaut werden. Abhängig hiervon wird das gesamte Projekt rd. 20 Jahre dauern. Und dann folgen ständig neue Bohrarbeiten, denn erstens halten die Bohrlöcher voraussichtlich nur 30-50 Jahre (in salzhaltigem Gestein - z.B. im Großraum Salzgitter - sogar nur ca. 20-30 Jahre), und zweitens kühlen die Wärmeentnahmestellen im etwa gleichen Zeitraum ab.
Die oberirdischen Teile der Kraftwerke bleiben in den meisten Fällen langfrsitig bestehen, aber alle paar Jahrzehnte sind neue Bohrungen nötig (die in schrägem Neigungswinkel in vielen Richtungen möglich sind). Der Bereich Bohrtechnik bietet künftig also mit die sichersten Jobs der Welt.

10.000 Kraftwerke à 20 Mio. € bedeuten eine Investition von 200 Mrd. €. Über 20 Jahre verteilt sind das nur 10 Mrd. € pro Jahr. Das ist ein wahrer Schnäppchenpreis, für den wir die Hälfte der deutschen Stromversorgung, optimalen Klimaschutz und die Unabhängigkeit von Öl- und Gasimporten erhalten.
Zum Vergleich: Allein 2006 zahlten die Stromkunden 56 Mrd. € an die Stromversorger.

Welchen Anteil die Geothermie künftig an der Gesamtstromversorgung hätte, hängt also vor allem von der Antwort auf die Frage ab, welchen Anteil des Überschusses aus dem neuen Steuersystem der ddp wir für die Geothermie nutzen wollen.

Betreiber


Selbstverständlich steht es auch den Energiekonzernen frei, steuerfrei Geothermiekraftwerke zu bauen und zu betreiben. Die Erfahrung lehrt jedoch, daß die öffentliche Hand der sinnvollere Betreiber ist. 

Die ddp wird der Geothermie zum Durchbruch verhelfen, indem wir aus Steuermitteln die gesamten Baukosten tragen, den Betrieb in die Hände der regionalen Stadtwerke legen und den Preis der Kilowattstunde Strom begrenzen - und zwar wie bei Solarenergie, Wasserkraft und Windkraft - auf
5 Cent / kWh für die Industrie und 15 Cent / kWh für alle anderen Kunden.

15 Cent / kWh entsprechen übrigens (nach Auskunft von Betreibern) den Gesamtkosten (inklusive Amortisation der Baukosten).