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D E U T S C H E     D E M O K R A T I S C H E     P A R T E I

Fakten über die Rente:

Das sollten Sie wissen


"Es ist mehr, als wenn es weniger wäre."
Olaf Scholz, Bundesminister für Altersarmut und Sozialabbau,
im März 2008, als Kommentar zu weiteren Rentenkürzungen




Zur Rente kursieren viele Zahlen. Viele davon sind falsch. Andere haben nichts mit der Realität zu tun (siehe z.B. fiktive "Eckrentner"). Diese Fakten sollten Sie kennen, bevor Sie eine der Rentenkürzungsparteien wählen:

1. Warum das Rentensystem bankrott ist


2009 gibt es rd. 27 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und rd. 20 Mio. Rentner. Von dem, was 27 Mio. Arbeitnehmer einzahlen, müssen also 20 Mio. Rentner leben. Oder anders ausgedrückt: 1 Rentner muß von dem leben, was 1,35 Arbeitnehmer an Rentenversicherungsbeiträgen zahlen - 
theoretisch.
Weil das viel zu wenig zum Überleben ist, fließt der "Bundeszuschuß" - ein Teil des Staatshaushalts - in das Rentensystem.
2003 lag der Bundeszuschuß bei 73 Milliarden Euro und machte 29 Prozent der Haushaltsausgaben aus. 2007 lag er bei 78 Mrd. €. Das Bundesfinanzministerium errechnete, daß der Anteil des Bundeszuschusses 2050 im heutigen System bei 80 % des Bundeshaushalts liegen wird. (mehr)
Das Jahr 2050 wird die Mehrheit der Bundesbürger erleben. Da es zu wenige Junge und zu viele Rentner geben wird und der Staatshaushalt bankrott ist, muß das System zwangsläufig kollabieren. Alt gegen Jung auszuspielen und die Gesellschaft zu spalten, ist weder eine seriöse Politik noch eine ökonomische Lösung. Auch eine Privatabsicherung ist unmöglich, weil diejenigen, die sie am dringendsten benötigen, überhaupt kein Geld übrig haben, das sie dafür sparen könnten. Die einzige machbare Lösung bietet das Rentensystem der ddp.


2. Altersarmut - bereits weit verbreitet


Im Rentenversicherungsbericht  2006 des Deutschen Bundestags (Drucksache 16/3700, 2.2., S. 11) bestätigen die Regierungsparteien offiziell, welche Renten die Rentner in Deutschland tatsächlich erhalten:

Durchschnitt aller Rentner 971€
Männer, neue Bundesländer 1.006€
Männer, alte Bundesländer 962€
Frauen, neue Bundesländer 660€
Frauen, alte Bundesländer 477€

Dies sind die Zahlen, die die Regierungsparteien selbst nennen. Wenn man bedenkt, daß die offizielle Armutsgrenze 2003 in Deutschland mit 856 € monatlich definiert ist, leben also die weiblichen Durchschnittsrentner unter der Armutsgrenze, die männlichen Durchschnittsrentner knapp darüber.
Und mit den Preissteigerungen steigt die Armutsgrenze stärker als die Renten. Die Armut holt also früher oder später immer mehr fast alle Rentner ein.

Hinzu kommen weitere Einkommensarten wie Betriebsrenten (durchschnittlich 74 € pro Rentnerhaushalt), Lebensversicherungen und Einkünfte aus Vermietungen. Dabei liegt es allerdings in der Natur der Sache, daß gerade die Menschen mit niedrigen Renten keine nennenswerten Betriebsrenten oder Lebensversicherungen besitzen (die man als Arbeitsloser ohnehin verkaufen muß, bevor man Hartz IV erhält). Auch Einkünfte aus Vermietungen haben die Niedrigrentner praktisch nie. Bezieher von Niedrigeinkommen beziehen immer Niedrigrenten und haben so gut wie nie weitere Alterseinkünfte.

Trotz der amtlichen festgestellten Altersarmut meinen die Regierungsparteien, die Zahl der Armutsrentner sei kein nennenswertes Problem, weil nur sehr wenige Rentner "Grundsicherung im Alter" beziehen. Dies liegt jedoch zum Großteil an der Scham der Armutsrentner, Grundsicherung zu beantragen. Zudem wissen viele Armutsrentner nichts von der Möglichkeit, durch die Grundsicherung auf das Armutsniveau von Hartz IV aufzustocken. Weitere Gründe für die versteckte Armut liegt im Unterhalt durch die Kinder sowie der Tatsache, daß es in Seniorenheimen nicht auffällt, weil dort bis auf ein kleines Taschengeld bei jedem Bewohner die Rente beschlagnahmt wird.

Gemeinsam mit der Rente des Ehemannes leben viele Frauen noch in einem bescheidenen Wohlstand. Stirbt der Ehemann, folgt meist der Absturz in die Altersarmut:

3. Die Verteilung der Renten bei Frauen


Die nachfolgende Grafik zeigt, wie die Renten (incl. Witwenrenten) der weiblichen Rentner verteilt sind. Wie man sieht, erhalten die meisten Frauen Armutsrenten. Frauen, die ihre Karriere der Familie bzw. der Karriere des Ehemannes opfern, werden vom heutigen Rentensystem bitter bestraft. 
Fakt ist: Fast 1 Mio. Frauen erhalten eine monatliche Rente von unter 150 €, die größte Gruppe sind die knapp 1,9 Mio Rentnerinnen mit einer Rente von 600-750 €:


Rentenverteilung, weibliche Rentner, Juli 2005
Rentenverteilung weibl Rentner 2005
Quelle: Bundesministerium für Arbeitslosigkeit und Sozialabbau

4. Die Verteilung der Renten bei Männern


Die nachfolgende Grafik zeigt, wie die Renten der männlichen Rentner verteilt sind. Wie man sieht, ist das Rentenniveau der Männer zwar bescheiden, aber (aufgrund ihrer höheren Erwerbstätigkeit) deutlich höher als bei den Frauen. 412.000 männliche Rentner (meist Selbständige) haben im Laufe ihres Lebens so wenig verdient, daß sie monatlich unter 150 € Rente erhalten. Unter der Armutsgrenze von monatlich 856 € liegen rd. 3 Mio. Männer, viele nur knapp darüber.

Rentenverteilung, männliche Rentner, Juli 2005
Rentenverteilung männl Rentner 2005
Quelle: Bundesministerium für Arbeitslosigkeit und Sozialabbau

5. Die Riesterrente


Welches ist der größte Nepp in der Geschichte der Bundesrepublik? Warum die Riesterrente ein heißer Kandidat für diesen Titel ist, lesen Sie hier.